Wie oft haben Sie schon „C++ ist tot“ oder „Wird die Programmiersprache C überhaupt noch verwendet?“ gelesen, obwohl beide Sprachen in Wirklichkeit nach wie vor sehr beliebt sind?

Und wie oft hieß es: „WOW, diese neue Programmiersprache ist die beste“, nur damit nach einigen Jahren kaum noch etwas passiert und ihre Popularität wieder sinkt? Es gibt allerdings Ausnahmen. Die interessanteste ist Python, das sich von einer wenig verbreiteten Skriptsprache zu einer äußerst populären Programmiersprache entwickelt hat.

Wie lassen sich die Langlebigkeit von C, die Wiedergeburt von C++ und der Aufstieg von Python erklären?
Werfen wir einen Blick auf die „Crossing the Chasm“-Theorie aus Wikipedia, which can help us answer the question above.
In Crossing the Chasm, Moore begins with the Diffusion-von-Innovationen theory from Everett Rogers,und vertritt die Auffassung, dass zwischen den frühen Anwendern eines Produkts (Technologiebegeisterten und Visionären) und der frühen Mehrheit (den Pragmatikern) eine Kluft besteht. Moore geht davon aus, dass Visionäre und Pragmatiker sehr unterschiedliche Erwartungen haben, untersucht diese Unterschiede und schlägt Techniken vor, mit denen sich diese „Kluft“ erfolgreich überwinden lässt.„Crossing the Chasm“ steht in engem Zusammenhang mit dem Technologie-Adoptionszyklus, der fünf Hauptgruppen unterscheidet: Innovatoren, frühe Anwender, frühe Mehrheit, späte Mehrheitund Nachzügler. Laut Moore sollte sich das Marketing jeweils auf eine Kundengruppe konzentrieren und diese als Ausgangspunkt nutzen, um die nächste Gruppe zu erreichen. Der schwierigste Schritt ist der Übergang von den Visionären (Early Adopters) zu den Pragmatikern (Early Majority). Genau das ist die von ihm beschriebene Kluft. Gelingt es einem Unternehmen, genügend Dynamik und einen Mitläufereffekt zu erzeugen, kann das Produkt zum De-facto-Standard werden.

Moore zeigt, dass es zwischen den einzelnen Phasen des Zyklus tatsächlich Brüche gibt, die die Distanz zwischen jeweils zwei Gruppen darstellen. Gemeint ist die Schwierigkeit einer Gruppe, ein neues Produkt zu akzeptieren, wenn es ihr auf dieselbe Weise präsentiert wird wie der unmittelbar vorhergehenden Gruppe. Der größte Bruch – so groß, dass er als Kluft gelten kann – liegt zwischen den Early Adopters und der Early Majority. Viele, wenn nicht die meisten Hightech-Unternehmen scheitern beim Versuch, diese Kluft zu überwinden.
Die Early Adopters sind jene seltenen Visionäre, die das Potenzial erkennen, eine aufkommende Technologie mit einer strategischen Chance zu verbinden. Sie werden von einem „Traum“ angetrieben. Im Kern geht es dabei um ein Geschäftsziel, nicht um ein Technologieziel, und um einen Quantensprung in der Art, wie Geschäfte in ihrer Branche oder bei ihren Kunden betrieben werden. Visionäre treiben die Hightech-Branche voran, weil sie das Potenzial für eine um Größenordnungen höhere Rendite erkennen und bereit sind, dafür große Risiken einzugehen.
Die Early Majority besteht aus Pragmatikern. Für sie zählen das Unternehmen, bei dem sie kaufen, die Qualität des Produkts, die Infrastruktur ergänzender Produkte und Systemschnittstellen sowie die Zuverlässigkeit des Service. Pragmatiker sind eher „vertikal“ orientiert: Sie kommunizieren stärker mit Gleichgesinnten innerhalb ihrer eigenen Branche als Technologiebegeisterte und Early Adopters. Deshalb ist es sehr schwierig, mit einem Angebot für Pragmatiker in eine neue Branche einzudringen.
Obwohl „Crossing the Chasm“ vor allem mit dem Verkauf von Produkten verbunden wird, lässt sich das Konzept auch auf die Verbreitung von Programmiersprachen anwenden. Bei jeder neuen Sprache sind Innovatoren und Early Adopters die ersten Befürworter. Viele Programmiersprachen schaffen es jedoch nicht, die Early Majority zu überzeugen, und können die Kluft daher nicht überwinden.
C und C++ haben diese Kluft bereits vor Jahrzehnten überwunden und sind weiterhin sehr beliebt. Gleichzeitig ist es äußerst schwierig, die Early und Late Majority davon zu überzeugen, von C/C++ auf eine andere Sprache umzusteigen. Oft war zu lesen, D, Go oder Rust würden C++ verdrängen. Das ist bislang nicht geschehen: Diese neueren Sprachen stehen weiterhin vor erheblichen Herausforderungen, wenn es darum geht, die Kluft zu überwinden.
Python ist ein hervorragendes Beispiel für eine Sprache, die die Kluft überwunden hat: Aus einer relativ nischenhaften Skriptsprache wurde eine äußerst beliebte und vielseitige Programmiersprache. Warum ist Python dieser Durchbruch gelungen?
Kehren wir zu dieser Aussage von Moore zurück:
Laut Moore sollte sich das Marketing jeweils auf eine Kundengruppe konzentrieren und diese als Grundlage nutzen, um die nächste Gruppe anzusprechen. Der schwierigste Schritt ist der Übergang von den Visionären (Early Adopters) zu den Pragmatikern (Early Majority).
Die Innovatoren und Early Adopters haben hervorragende Arbeit geleistet, Python zu fördern und zu unterstützen. Von Anfang an gab es umfangreiche Dokumentation, Leitfäden, Tutorials und weitere Ressourcen. Hinzu kommt eine außerordentlich aktive Entwickler-Community, sodass Hilfe und Unterstützung meist schnell verfügbar sind. Außerdem setzte Google bereits 2006 in großem Umfang auf Python und verwendet die Sprache seither für zahlreiche Plattformen und Anwendungen. Eine starke Unterstützung durch große Unternehmen kann ebenfalls entscheidend zur Popularität einer Sprache beitragen.
Ein besonderer Dank gilt den Early Adopters von Python, die maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen haben – und viel Glück den Early Adopters anderer aufstrebender Programmiersprachen.
